Blockade im IT-Joint Venture zweier Unternehmen

Termindruck und unterschiedliche Firmenkulturen belasten die Kooperation

Ursprünglich hatten sich der Automobilkonzern und das IT-Unternehmen viel von der Kooperation versprochen. Jetzt läuft fast gar nichts mehr und der bereits öffentlich angekündigte Launch des neuen Produkts ist gefährdet. Die einen klagen über die Nichteinhaltung von Terminen und meinen desillusioniert, ihr Partner sei wohl doch mit einem Projekt dieser Größenordnung überfordert. Die anderen sind verärgert über die ihrer Meinung nach ständigen ungerechtfertigten Zusatz- und Änderungswünsche.

Nachdem der Geschäftsführer der einen Firma die Mediation vorgeschlagen hat, klären wir mit allen Beteiligten telefonisch ihre Bereitschaft ab. Ganztägig treffen sich nun die Projektleiter und ihre für den Rahmen des Joint Ventures zuständigen Vorgesetzten. Es geht um bislang unklare vertragliche Regelungen und Produktspezifikationen, um unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten und Schuldzuweisungen. Wegen hohen Zeitdrucks geht es weiter mit telefonischen Einzelgesprächen und Telefonkonferenzen.

Nachdem wieder etwas Verständnis für die Lage des anderen aufgekommen ist, rettet der Vorschlag, Mitarbeiter über Firmengrenzen hinweg „auszuleihen“, die Terminplanung. Und es keimte Hoffnung auf, doch noch weitere Projekte gemeinsam angehen zu können.